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Ferienpass Geretsried 2026 – Die Blinklichtbox-Serienfertigung in der Elektronikwerkstatt

Sommer, Sonne, Schulferien …für die Eltern häufig mit der Frage verbunden, wohin mit den Kids? Unter anderem hierfür gibt es den Ferienpass der Stadt Geretsried mit einem großen Angebot, das sich an Kinder und Jugendliche richtet.

Auch wir von Nagel und Faden engagieren uns dabei mit verschiedenen Angeboten aus unseren Werkstätten, gleich am ersten Ferientag mit einem voll ausgebuchten kombinierten Angebot aus Holz- und Elektronikwerkstatt für 20 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren.

Ziel für die kleinen Handwerker war es, in der Holzwerkstatt, ein Namensschild fürs Kinderzimmer herzustellen, zu beschriften und nach eigenem Geschmack zu verzieren. Als kleines Gimmick wurde eine rote LED als Signal für Eltern und Geschwister montiert. Blinkt die LED, so muss vorher geklopft werden, leuchtet sie dauerhaft, dann darf niemand ins Zimmer.

Wir haben unser eigenes Namensschild gebaut. Ein schneller Prototyp, mit dem Lasercutter „verziert“, verdeutlicht das Konzept.


In diesem Beitrag geht es nicht um die Durchführung, sondern um die Vorbereitung dieses Ferienpass-Tages. Die Herausforderung für die Elektronikwerkstatt war es, 20 blinkende LEDs so vorzubereiten, dass sie in der relativ kurzen verfügbaren Zeit, nur ca. fünf Stunden, von den Kindern so in das jeweilige Namensschild montiert werden kann, dass es auch funktioniert.

Das Ganze entspricht also einer kleinen Serienproduktion und relativ schnell war klar, ohne effiziente Maßnahmen wird das, trotz der Einfachheit einer „blinkenden LED“, eine aufwändige Nummer. Um eine LED zum Blinken zu bringen, bedarf es einer, zumindest kleinen, elektronischen Schaltung, d.h. es müssen elektronische Bauteile auf eine Platine gelötet werden. Und das Ganze muss dann auch noch irgendwie am Kinderzimmerschild festgemacht werden, …und das Ganze eben 20 mal.

Insgesamt haben sich aus diesen Anforderungen die folgenden Aufgaben ergeben:

  • Eine Schaltung für ein LED Dauer- und Blinklicht entwickeln
  • Eine Platine für die elektronische Schaltung herstellen
  • Eine entsprechende Menge Elektronik-Bauteile und die Platinen bestellen
  • Die Platinen mit den Bauteilen bestücken und verlöten
  • Ein Gehäuse für die Platine, die Batterie und die LED entwerfen
  • Die Gehäuse herstellen und vorbereiten
  • Abschließende Tests und Teilmontage durchführen

Die Schaltung war schnell erledigt, das Konzept einer blinkenden Leuchtdiode ist einfach und das Netz ist voll von Beispielschaltungen, das spart Zeit. Auf der großartigen Elektronik-Website von Christian Grieger fand sich schnell eine entsprechende Schaltung die als Grundlage dient. Noch zwei Stellen zum Schalten eingefügt und schon wurde daraus ein „Ein- und umschaltbares Blink- und Dauerlicht“.

Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Christian Grieger (https://elektro.turanis.de/)


Um den zu erwartenden Lötaufwand in Grenzen zu halten, es mussten ja mindestens 20 Schaltungen hergestellt werden, bot es sich an, eine eigene kleine Platine herzustellen. Eine gute Gelegenheit, einmal den chinesischen Auftragsfertiger JLCPCB mit seinem eCad-Portal EasyEDA zu nutzen. Den Schaltplan also direkt dort im Portal gezeichnet, die Bauteile aus den Katalogen herausgesucht, virtuell auf einer Platine angeordnet und schließlich noch die Leiterbahnen verbunden.

Die Herstellung und Lieferung von Platinen über entsprechende Online-Portale ist inzwischen unglaublich gut, komfortabel und äußerst günstig. Es gibt auch deutsche/ europäische Hersteller für Platinen, die aber leider preislich für unser Vorhaben völlig „out-of-range“ sind. Da keine besondere Eile bestand, konnten wir zu günstigsten Versandkosten unsere Platinen bestellen und hielten nach ca. zwei Wochen das Ergebnis, unsere Platine in edlem Weiß :-), in den Händen.

Auch die bestellten Bauteile waren inzwischen geliefert und die Platinen konnten bestückt werden.

Alle Elektronikkomponenten der Schaltung wurden einmal zusammengebaut und getestet und der „Elektronikteil“ war damit abgeschlossen.


Fehlt noch das Gehäuse. Anstatt selbst eines zu konstruieren wurde auch hier aus Effizienzgründen ein vorhandenes Portal bemüht. Der Hackerspace Bamberg betreibt auf seiner Website eine Instanz der freien Software „boxes.py“, mit dem sich ideal Gehäusevorlagen, auch für Elektronikkomponenten, mit eigenen individuellen Abmessungen, am Lasercutter produzieren lassen (https://boxes.hackerspace-bamberg.de/ElectronicsBox?language=de).

Nach kleineren Nacharbeiten mit der (freien) Software Inkscape war das Ergebnis dann eine 2D-Vorlage, mit denen die Gehäuseteile dann sauber ausgelasert werden konnten.

Durch eine sinnvolle Anordnung der auszulasernden Teile in der Vorlage wird die Speerholzplatte möglichst effizient ausgenutzt. Eine DIN A2-Platte reicht in unserem Fall damit für zwölf Elektronikgehäuse, ohne Deckel zwar, aber immerhin. Mit der darin eingebauten Elektronik war dann schließlich alles bereit für die Endmontage.



Die Montage des Elektronikgehäuses und der LED am Prototyp.


Zugegeben, es war mehr Aufwand als ursprünglich erwartet und nicht an einem Nachmittag erledigt. Dennoch war es recht zufriedenstellend, einmal weil der ganze Prozess, ein „Produkt“ in einer kleinen Serie herzustellen, durchlaufen wurde und dabei verschiedene fachliche und technische Disziplinen bei Elektronikkomponenten und Gehäusekonstruktion sowie in der Fertigung berücksichtigt werden mussten…

…und zum Anderen, weil die Kinder eine Menge Spaß damit hatten.


Wer Interesse hat, solche oder ähnliche Projekte einmal selbst anzugehen, ist herzlich eingeladen bei uns in den Werkstätten vorbeizuschauen und loszulegen. Der Umgang mit Elektronik, dem Programmieren von Microcontrollern oder Konstruktion wird bei uns in Einweisungen und Kursen vermittelt. Ebenso gibt es für die Nutzung der Maschinen regelmäßige Einweisungen, damit man sie danach selbst für seine Projekte nutzen kann.

Schaut dazu in unseren Veranstaltungskalender und wenn ihr dort nicht fündig werdet, weil manches Thema nur unregelmässig oder nach Bedarf angeboten wird, schreibt uns einfach eine kurze Nachricht an elektronik@nagel-faden.de. Wir freuen uns über jeden Kontakt und jede Anfrage.

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