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FreeCAD und der „Kabel Klaus“ – Ein Erfahrungsbericht mit freier Konstruktionssoftware

Leitungen und Litzen sind wichtig in einer Elektronikwerkstatt. In der Realität sieht es nicht selten so aus, dass diverse „Kabelkisten“ existieren, aus denen man sich dann bedient, wenn man es braucht. Wir verwenden u.a. oft und gerne Litzen mit 0,25mm² Durchmesser in verschiedenen Farben und haben entsprechende 100m-Rollen beschafft. Zu schade um in der Kiste zu gammeln, hierfür muss eine andere Lösung her, etwas in Form eines transportablen „Kabelspenders“.

Der Aufwand für die Herstellung sollte sich in Grenzen halten. Für die Konstruktion war es eine Gelegenheit einmal FreeCAD auszuprobieren. FreeCAD ist eine freie und kostenlose 3D-Konstruktionssoftware, in der aktuellen Version 1.1 inzwischen auch den Kinderschuhen entwachsen, die dem Anspruch ambitionierter Hobby-Konstrukteure (und darüber hinaus) genügen möchte. Läuft auch unter Linux und bildet damit ein ideales Duo für diejenigen, die freie Software bevorzugen und digitale Abhängigkeiten sowie intransparente Datensammelwut und -verwertung ablehnen.

Zunächst also die einzelne Rolle vermessen, als Skizze ins System gebracht und dreidimensional zum Leben erweckt.

Drei Rollen soll der, inzwischen „Kabel Klaus“ genannte, Kabelspender aufnehmen, durch Parametrisierung wird die Aufnahme einer variablen Anzahl von Rollen in unterschiedlichen Größen ermöglicht, aber das ist eine andere Geschichte. Weiterhin muss ein „Griff“ dran, denn die Litzen werden mal an der einen, mal an der anderen Stelle unserer Elektronikwerkstatt benötigt.

Mit dem Ziel möglichst viele Gleichteile zu erzeugen, für deren Herstellung nur 3mm Holzplatten und der Lasercutter notwendig sind, werden weitere Skizzen für die einzelnen Bauteile erstellt und nach und nach nimmt die Konstruktion Gestalt an.

Schließlich ist noch ein 2D-Export der Teile aus FreeCAD notwendig, um auf dem Lasercutter produzieren zu können. Damit ist der Konstruktionsteil dann auch abgeschlossen.

Der Lasercutter unserer Digitalwerkstatt wird mit dem Programm Lightburn angesteuert, (leider hat der Hersteller 2024 die Linux Variante eingestellt). In Lightburn erfolgt dann noch die finale Anordnung sowie die Festlegung der Reihenfolge, in der der Lasercutter arbeitet. In unserem Fall werden zuerst die Beschriftung und die Logos eingraviert, dann die kleinen Bohrungen und Öffnungen ausgeschnitten und letztlich die Bauteile anhand ihrer Umrandung herausgeschnitten.

Zur Vollständigkeit braucht es dann nur noch ein entsprechend abgelängtes 10mm-Aluminiumrohr, auf dem sich die Rollen mit den Litzen drehen können und etwas Holzleim und schon ist der „Kabel Klaus“ fertig und bereit, die Kabelrollen und seinen Dienst aufzunehmen.

Die Erfahrung mit FreeCAD für diese einfache Konstruktion ist durchweg positiv. Natürlich gibt es an der einen oder anderen Stelle im Konstruktionsprozess auch mal Hürden oder kleinere Schwierigkeiten, die aber letztlich alle lösbar sind.

Wer Interesse hat, solche oder ähnliche Projekte einmal selbst anzugehen, ist herzlich eingeladen bei uns in den Werkstätten vorbeizuschauen und loszulegen. Auch der Umgang mit 2D- und 3D-Konstruktion im Allgemeinen (d.h. nicht nur FreeCAD, bspw. auch Fusion360 oder Inkscape) sowie die Bedienung des Lasercutters wird bei uns in Einweisungen und Kursen vermittelt, wie auch weitere Elektronik-, Programmier- und Linux-Kurse bei uns Teil des Portfolios sind.

Schaut dazu in unseren Veranstaltungskalender und wenn ihr dort nicht fündig werdet, weil manches Thema nur unregelmässig oder nach Bedarf angeboten wird, schreibt uns einfach eine kurze Nachricht an elektronik@nagel-faden.de . Wir freuen uns über jeden Kontakt und jede Anfrage.

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